Amtseinführung von StD Neunhoeffer

„Sie, die Kollegen, sind Herz und Motor des PPG“, sagte der, der eigentlich im Mittelpunkt stehen sollte. Bei der unterhaltsamen, offiziellen Amtseinführung des neuen Schulleiters am Paul-Pfinzing-Gymnasium, Klaus Neunhoeffer, präsentierte sich die Hauptperson als echter Teamplayer.

So lange wie die Liste an Willkommensgrüßen, die stellvertretender Schulleiter Wolfgang Pöhner zu Beginn des Festaktes vortrug, war auch die Schlange der Gratulanten aus Politikern, Amtskollegen sowie Vertretern von Banken und Behörden. Diese bildete sich rasch beim Sektempfang in der Eingangshalle rund um Klaus Neunhoeffer, der dort seine Gäste erwartete.

Sie alle hatten wie Pöhner, der Anfang 2013 in den Ruhestand gehen wird, viele gute Wünsche dabei. Sein Vorteil gegenüber der restlichen Rednerschar: „Ich bin der Erste in der Reihe und ich arbeite mit ihm bereits seit einem Vierteljahr zusammen.“ Dabei stellte Pöhner fest, dass sein Chef der Maxime Henry Kissingers folgt: „Neue Leute dürfen Bäume nicht ausreißen, nur um die Wurzeln zu sehen.“ Denn bisher habe er „den Baum Schule mit Bedacht und Weitblick“ betrachtet. Passend dazu hievten die Kollegen um den Vorsitzenden des Personalrates, Johannes Rüster, als Geschenk einen riesigen Bonsai auf die Bühne.

Nicht nur Rüster ist noch immer gespannt und neugierig, wie das PPG wohl in Zukunft werden wird. Bisher habe auch er die Zusammenarbeit als „angenehm und konstruktiv“ empfunden, „aber Kontroversen werden kommen“. Dann wünschte er sich im Namen des Kollegiums, das neben Bläserquartett, Kammerorchester, Kammerchor und den schwungvollen Dichtern der Klasse 5e die Feierstunde mit einem Kanon bereicherte, dass sich der Direktor schützend vor sie, unterstützend neben sie und stärkend hinter sie stelle.

Wie und dass Neunhoeffer dies macht, durfte die SMV bereits erleben, in deren Arbeit die beiden Schülersprecher Hannah Katzmeier und Jonas Kiefer einen kleinen Einblick gaben. Sie erfuhren Unterstützung und Wertschätzung als eine der vielen Gruppen am PPG, die letztlich „alle am Ende zu Ihnen kommen“ mit ihren Vorstellungen und Forderungen. Dafür wünschten sie „gute Nerven.“

Die wird der „Grüne aus Schwabach“ nicht nur brauchen, wenn er laut Jürgen Putzer vom Elternbeirat die Schule fit macht für die Zukunft, sondern möglicherweise auch wenn er das Geschenk des Fördervereins - kleine kulinarische Ziele in der Stadt - erstmals benutzt: In liebevoller Kürze stellte Sabine Sauer dar, dass es für den neuen beruflichen Weg Neunhoeffers mit seinen Herausforderungen viele Wegbegleiter am PPG gebe. Und alle diese würden sich als Gefährten anbieten, wenn er auf der Suche nach den Mittagstischen umherirren sollte.

Ein Irrender scheint Klaus Neunhoeffer, Stadtrat in Schwabach, nicht zu sein. Jedenfalls zeichnete der Ministerialbeauftragte für die Gymnasien in Mittelfranken, Joachim Leisgang, in teils schelmischen Worten über die Vita den Charakter einer zielstrebigen, gesprächsbereiten, bedachten und herzlichen Person: „Er gibt der Schule sein Gesicht“ und darf das nach der Beglaubigung des reell schon vollzogenen Amtsantritts nun auch offiziell tun.

Von Vorteil sei ihm dabei, dass er „ohne Betriebsblindheit ins System schauen“ könne, meinte der wie immer gewitzt parlierende Landrat Armin Kroder. Der Nachteil: Er müsse erst alles kennenlernen und sich einleben, weshalb Kroder ein Entdeckerkistchen des Landkreises dabei hatte. Bürgermeister Robert Ilg hatten den Eindruck, dass Neunhoe ffer schon angekommen sei. Er habe ihn bislang als klugen Strategen mit offenem Herz, genauen Beobachter und fleißigen Manager erlebt.

Diese Vorschusslorbeeren nahm der Direktor dankend an - „zurecht!“, wie er mit seinem feinen Humor bemerkte. Bei seinem Selbstportrait und dem Blick auf drohende Herausforderungen wie veränderte demographische und familiäre Strukturen betonte Klaus Neunhoe ffer immer wieder das Miteinander in der Schulgemeinschaft. Er wird wohl der erwünschte Bandleader für das PPG werden und nicht der Maestro, wie der Musiker in Klaus Neunhoeffer es ausdrücken würde.

(aus der Hersbrucker Zeitung vom 20. 11. 2012)