Elektronische Englisch-Wörterbücher

Seit Dezember 2005 besteht nun offiziell eine Zusammenarbeit zwischen dem Paul-Pfinzing Gymnasium und der Firma CASIO-Europe, die unser Gymnasium mit einem Klassensatz elektronischer Wörterbücher ausgestattet hat.

Projektvorstellung

Um die Fülle an Wörtern zu bewältigen und auch anspruchsvolle Texte lesen zu können, wird ab der 10. Klasse ein einsprachiges Wörterbuch in Englisch verpflichtend eingeführt. Da das nachschlagen im Wörterbuch aber oftmals als umständlich und langwierig empfunden wird, wollte ich die Akzeptanz eines elektronischen Wörterbuchs im Vergleich zur Papierversion in der Sekundarstufe I und II im Hinblick auf Übersetzung, Textproduktion und Hörverstehen sowie zur Motivationssteigerung einmal testen. Die Firma CASIO Europe stellte dazu den Schülern des Grundkurses Englisch 2 und der 9 a Geräte zur Verfügung, die sie drei Monate nutzen konnten. Abschließend sollten die Schüler das elektronische Hilfsmittel evaluieren. 

Projektbeschreibung

Das Projekt wurde kontrastiv in zwei verschiedenen Jahrgangsstufen durchgeführt. Im Grundkurs Englisch sollte geprüft werden, ob das elektronische Wörterbuch ein geeignetes Hilfsmittel zur Arbeitserleichterung bei Übersetzung und Textproduktion ist, das gleichzeitig motiviert, sich noch mehr mit einer Fremdsprache auseinander zu setzen. Ferner wurde geprüft, ob ein solches Hilfsmittel auch für komplexere Hörverstehensübungen in Form von Radio- und Fernsehbeiträgen genutzt werden kann.

In der neunten Klasse war das elektronische Wörterbuch als Vorbereitung für die spätere Arbeit mit der Papierversion des Nachschlagewerks gedacht. Auf spielerische Weise sollten die Schüler angeregt werden, auch an schwierigere Texte heranzugehen. Dies ist ein wertvoller Beitrag für die von unserer Gesellschaft immer wieder geforderte Ausbildung der media literacy, der Medienkompetenz.

Durchführung

Zur späteren Evaluation des Projekts war es besonders wichtig, dass die Kursteilnehmer genau protokollierten, mit welchem Wörterbuch sie gearbeitet hatten. Diesem Protokoll sollten ferner Notizen zum Umfang des nachgeschlagenen Vokabulars und der benötigten Zeit beigefügt werden. 

Die Arbeit mit dem elektronischen Wörterbuch berührte alle Bereiche des Fremdsprachenlernens. Neben der klassischen Textanalyse und Übersetzung wurde das Nachschlagewerk auch bei Hörverstehensübungen eingesetzt. Um eine bessere Vergleichsmöglichkeit zu haben, wurde eine Gruppe aufgefordert, die klassische Papierversion des Wörterbuchs zu verwenden, die andere die elektronische. Die Evaluation fand dabei jeweils am Ende einer Unterrichtsstunde statt. Bei kreativeren Aufgaben nutzten die Kollegiaten abwechselnd das eine oder das andere Lexikon. 

In der neunten Klasse sollte das elektronische Wörterbuch vor allem zur Texterschließung und –nachbereitung dienen. Einen breiten Raum nahm dabei die Analyse einer Lektüre ein. Auch die Schüler der Mittelstufe wurden aufgefordert, genau zu protokollieren, welche Teile der Lektüre bzw. Texte sie mit dem elektronischen Wörterbuch erarbeiteten.

Abschluss

Die im Projektverlauf gewonnenen Erkenntnisse werden in einem umfassenden Gutachten zusammengetragen, in dessen Mittelpunkt insbesondere die methodisch-didaktischen Anforderungen bei der Integration eines elektronischen Wörterbuches als Fremdsprachenerwerbsmedium stehen, wie auch lerngruppenspezifische Aspekte beim Einsatz in den Sekundarstufen I und II.

Christian Weiß, OStR