Internationale Jugendbegegnung

Seit vielen Jahren findet parallel zum Treffen der ehemaligen Häftlinge des Lagerkomplexes KZ Flossenbürg eine internationale Jugendbegegnung statt. Mit der Verknüpfung beider Veranstaltungen verfolgt die Gedenkstätte das Ziel, über Generationen, Ländergrenzen und Religionen hinweg, gemeinsam über die NS-Verbrechen zu sprechen. Den Teilnehmenden wird ermöglicht neue und zum Teil fremde Perspektiven kennen, wahrnehmen und wertschätzen zu können. Die Begegnungen verschiedenster Menschen sind Höhepunkt der Jugendbegegnung wie auch des Treffens der ehemaligen Häftlinge und deren Angehörigen. Die Treffen enden mit der Feierlichkeit zum Jahrestag der Befreiung am Sonntag, dem 23. April 2017.

Am siebentägigen Bildungs- und Begegnungsprogramm im April 2017 nahmen 32 junge Menschen aus acht Ländern teil. Die Jugendlichen aus Frankreich, Israel, Italien, Polen, Tschechien, der Ukraine, Ungarn und Deutschland hielten sich sowohl in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, der Jugendherberge Burg Trausnitz als auch in Regensburg auf.

Im Rahmen von Rundgängen, inhaltlichen Modulen und den Begegnungen mit Überlebenden und deren Familien, lernten die Teilnehmenden der internationalen Jugendbegegnung Biografien NS-Verfolgter kennen. Die abstrakten Opferzahlen erhielten ein Gesicht. Es wurden nicht nur die  mitgebrachten Geschichtsbilder der Jugendlichen thematisiert, sondern auch Räume geschaffen, um diese zu reflektieren. Somit konnten die jungen Menschen am historischen Ort eigene Positionen zu historischen Sachverhalten im Sinne ihrer eigenen Interessen entwickeln.

Der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg sind selbsterarbeitete Beiträge und das eigene Nachdenken sehr wichtig. Aus diesem Grund wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu aufgefordert, in ihrer eigenen Umgebung bereits im Vorfeld der Jugendbegegnung auf Spurensuche zu gehen. Die Ergebnisse und Befunde der Jugendlichen zum Thema Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus in ihrer Heimatregion wurden in das Begegnungsprojekt miteinbezogen. Wie kann und soll ein zeitgemäßes Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus aussehen? Dies war eine der wichtigsten Fragen der Jugendbegegnung.

Die Jugendlichen aus Deutschland waren Schülerinnen des Paul-Pfinzing-Gymnasiums in Hersbruck. In Hersbruck befand sich eines der größten Außenlager Flossenbürgs. Seit Januar 2016 existiert dort ein Dokumentationsort. Das Paul-Pfinzing-Gymnasium unterstützt die Arbeit der Gedenkstätte. Als Wertschätzung und Dankeschön für die erfolgreiche und fruchtbare Zusammenarbeit hat die Gedenkstätte SchülerInnen des Gymnasiums eingeladen, an der Internationalen Jugendbegegnung 2017 teilzunehmen.

Die Teilnehmer aus Frankreich kamen aus Issy-les-Moulineaux, der Partnerstadt von Weiden. Deren Teilnahme an der internationalen Jugendbegegnung wird durch die freundliche Unterstützung der Stadt Issy-les-Moulineaux, der Stadt Weiden sowie dem Verein Weidener Städtepartnerschaften unterstützt.

Die Teilnehmer aus Tschechien kamen  aus Tachov, die polnischen Teilnehmer aus Myszków bei Kattowice, diejenigen aus Ungarn aus Pécs, die italienischen Jugendlichen aus Verona. Aus Winnyzja in der Ukraine reisten auch Jugendliche an. Eine weitere Gruppe aus Jerusalem.

Sarah Grandke