Aktionstag „Ökonomische Verbraucherbildung“ für die 6. Klassen

Kurz vor den Herbstferien 2017 fand der Aktionstag "Ökonomische Verbraucherbildung" des P-Seminars Wirtschaft und Recht für die 6. Klassen des PPG statt. Die Oberstufenschülerinnen und -schüler bereiteten hierfür typische Themenbereiche der Ökonomischen Verbraucherbildung schülergerecht und kreativ auf, so dass die 6. Klässler in vier Workshops mehr über Datenschutz im Internet, Verkaufstricks im Supermarkt, Fairen Handel und den richtigen Umgang mit Geld erfuhren.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des P-Seminars von Herrn Heinz hatten sich über mehrere Monate Gedanken gemacht, welche Inhalte für die Unterstufe relevant sein könnten und mit welchen kreativen und veranschaulichenden Methoden sie ihre Themen an die jüngeren Schülerinnen und Schüler vermitteln möchten.

Warum schmecken die schönsten Donuts nicht am besten? Warum taucht mein privates Foto plötzlich in einer Werbeanzeige im Internet auf? Wie viele Euros gibt eine durchschnittliche Familie im Monat für Lebensmittel aus? Warum war das T-Shirt bereits einmal um die halbe Welt unterwegs, bevor es bei mir im Kleiderschrank landet?

Diese und ähnliche Fragen versuchte das P-Seminar schließlich im Rahmen des Aktionstages in jeweils einer Doppelstunde den Unterstufenschülerinnen und -schülern zu beantworten. So erlebten die 6. Klassen einen Unterricht der etwas anderen Art – von Schülern, für Schüler! In einem abschließenden Quiz konnten die gewonnenen Erkenntnisse unter Beweis gestellt werden. Als Belohnung gab es neben einem Teilnahmezertifikat einige Sachpreise – freundlicherweise zur Verfügung gestellt von der Raiffeisenbank Hersbruck.

Die Berichte aus den einzelnen Workshops:

 

Team „Fair“

Diese Station bereicherte die Kinder mit Wissen über alltägliche Dinge, wie die Herkunft ihrer Kleidung oder Produktions- und Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie. Den Ablauf der Produktionskette bekamen sie anhand einer Weltkarte gezeigt, wobei der zunächst lange und umständlich erscheinende Weg mithilfe eines Fadens dargestellt wurde. Staunen wurde bei den Kindern deutlich, als zu Ende der Reise ganze 55.000 Kilometer zurückgelegt wurden, bis das T-Shirt in einem Einkaufsgeschäft in Nürnberg erhältlich ist. Auf die Tatsache, dass eine chinesische Näherin an einem 20€ Kleidungsstück nur 18Ct verdient reagierten die 6. Klässler verständlicherweise überrascht. Da auf so einer langen Weltreise eine Pause dringend notwendig ist, gab es einen Zwischenstopp in Afrika, genauer an der Elfenbeinküste. Dort gab es zur Vervollständigung des Themas „verantwortungsvoller Konsum“ Informationen über die Organisation Transfair e.V. und ihrem Siegel FairTrade, wobei die Kinder mit viel Vorwissen beim Siegel-Zuordnen und der Frage nach erhältlichen Produkten bei der Organisation punkten konnten. Den Höhepunkt, aus Sicht der Kinder, bildete nachvollziehbar die kurze Pause mit Nervennahrung in Form von Schokoladen-Probiertäfelchen - gespendet von Transfair e.V.. (Tobias Maybaum, Janika Sebald, Ramona Vogel)

 

Team „Safe“

Da im Zeitalter der Digitalisierung Datenschutz immer wichtiger wird hat sich Team Safe mit diesem Thema befasst, um es den Schülern näher zu bringen. Zu Beginn des Vortrages wurde ein Gruppenbild gemacht, das im weiteren Verlauf wieder aufgegriffen wurde, um darzustellen, was bei einer Abgabe der Bildrechte geschehen kann. Im Anschluss daran wurde den Schülerinnen und Schülern deutlich gemacht, dass man über die Daten anderer nicht frei verfügen darf und vor dem Verbreiten immer nachgefragt werden muss. Als nächster Punkt wurde den Schülern verdeutlicht, welche Daten von Unternehmen bei der Online-Nutzung gespeichert werden. Die Tatsache, dass ein soziales Netzwerk wie Instagram fast alle Nutzerdaten speichert, hat viele Schüler erschreckt. Als dritter Punkt wurde das Tracking durch Internetseiten behandelt, bei dem mit Hilfe der Nutzung eines Programmes gezeigt wurde, dass es beim Aufrufen einer Website durchaus möglich ist, dass 20 weitere Seiten im Hintergrund die Handlungen beobachten. (Hans-Peter Deinzer, Max-Erik Gmelch, Jannis Kohl)

 

Team „Money“

Die Gruppe „Umgang mit Geld“ hat den Schülern mit Hilfe eines Quiz spielerisch Informationen über den Euro und dessen Handhabe vermittelt.

Die Fragen bezogen sich einerseits auf Themen, die die Schüler heute schon betreffen wie der Aspekt des Taschengelds oder der erste kleine Nebenjob, andererseits auf bisher eher unbekannte aber später relevante und sehr wichtige Punkte wie Schulden, Zinsen, Überweisungen und weitere Zahlungsmittel, oder auch auf allgemeine Fakten über den Euro, dessen Verbreitung und das Haushalten in deutschen Familien.

Neue Fachbegriffe wurden erklärt und mit vorhandenem Wissen in Verbindung gebracht.

Ein besonderer Anreiz war die kleine Belohnung bei Gewinn des Quiz.

Durch die interaktive Lernmethode hatten die Schüler die Möglichkeit sich während der ganzen Station mit einzubringen, angeregt nachzudenken und ihre Teamfähigkeit zu stärken. (Lena Hofmann, Magdalena Ilg, Tobias Spieß)

 

Team „Sale“

Augen auf im Supermarkt hieß es an der Station des Teams Sale. Wir haben den 6.Klässlern bei unserer Station viele verschiedene Verkaufstricks vorgestellt. Zu Beginn sollten sich alle einen Donut von zwei verschiedenen Verkaufsständen aussuchen. Einer war stark geschmückt und die Donuts schön dekoriert, beim anderen gab es kaum Werbung und auch die Donuts waren nur mit einer einfachen Glasur versehen. Die meisten nahmen sich natürlich den schön dekorierten Donut, mussten beim Probieren jedoch feststellen, dass dieser etwas anders schmeckte als ein normaler Donut. Wir hatten Salz statt Zucker in den geschmückten Donut um darauf hinzuweißen, dass ein optisch attraktiv präsentierter Donut nicht unbedingt auch gut schmecken muss. Ein deutliches Indiz für unsere unterbewusste Beeinflussung durch Werbung und Marketing. Im Anschluss folgte ein Video indem wir verschiedene Verkaufstricks zeigten, wie zum Beispiel:

-Die Ordnung der Produkte in Regalen ist so geplant, dass sich billige Produkte weiter unten befinden. Die teuren Artikel werden auf Augenhöhe platziert, um sofortigen Zugriff zu gewähren.

-Gerade im Kassenbereich sollte man nicht in Versuchung von überteuerten kleinen Produkten kommen (Impulszone).

-Temperatur (19-20 Grad) und Lichtverhältnisse (grünes Licht) werden so angepasst, dass wir uns wohlfühlen.

So haben wir versucht den Schülern zu vermitteln, dass sie beim nächsten Einkauf die Augen offenhalten, um möglichst selten in eine Verkaufsfalle zu tappen. (Lena Kalb, Florian Meixner, Melissa Prechtel)