Weihnachtskonzert 2017

Text: Anselm Stieber - Fotos: Valentin Bräutigam Q12

Das Weihnachtskonzert des Paul-Pfinzing-Gymnasiums in der Stadtkirche ist für viele Besucher das Tor zur eigentlichen Weihnachtszeit, ein Einstimmen in eine Besinnlichkeit, die sich kurz vor den Feiertagen dann doch immer wieder einstellt. Durch die begeisternde Art, sich mit ihren stimmlichen und instrumentalen Möglichkeiten in den Dienst einer traditionsreichen und großartigen Kunstform, der Musik, zu stellen, haben die Schüler daran einen entscheidenden Anteil.

Nach einer launig-besinnlichen Begrüßung durch OStD Neunhoeffer erklang zur Einstimmung aus dem italienischen Barock ein festliches Trio für zwei Trompeten und Orgel gespielt von K. Sperber, S. Weiher, sowie M. Bräuer an der Orgel. Das Gitarrenensemble unter Alexander Rauh führte die Zuhörer von einer Querflöte unterstützt kammermusikalisch in das weihnachtliche England, nach Ungarn und Spanien und mit einem George Michael Song noch einmal nach England. Michael Bräuer hatte seinen Unterstufenchor mit einer stimmlich sehr präsenten und fröhlichen Wiedergabe zweier englischer und einem deutschen Weihnachtslied präsentiert, unterstützt von M. Pirner am Klavier. Das Blechbläserensemble am PPG ist eine Vereinigung, die von zwei Schülern, S. Weiher und M. Hutzler, organisiert und betreut wird. Das Ergebnis diese persönlichen Engagements ist mit seinem warmen Gesamtklang und seiner Spielgenauigkeit bemerkenswert.

In einen ganz anderen Bereich weihnachtlicher Andacht entführte die Zuhörer der Große Chor und der Kammerchor unter Birgit Rösch. Dem Aufbau einer Messe folgend hatte sie musikalische Kostbarkeiten von der Gregorianik bis zur Neuzeit zusammengestellt und mit ihren Chören jeweils Interpretationen erarbeitet, die an Dichte, Klarheit und kontemplativer Schlichtheit nicht schöner hätten gelingen können. Musik gerade als Vermittler geistiger Inhalte ist zeitlos. Konzentrierend wirkte auch die Choreographie des Wechsels der Chöre. Ein sehr akkurat gespieltes Marimbaphon (L. Böhm) und ein feiner, heller Sopran (E. Schötz) rundeten das Klangereignis ab,

Die Orchestersuite „Der Nussknacker“ von Peter Tschaikowsky mit ihren ganz typischen Motiven bereitete dem Orchester unter Gerda Geer sichtlich Vergnügen. Solide agierte die Besetzung der ersten Geigen und der Celli (drei Mitglieder der Familie Geer) sowie Herr Neunhoeffer persönlich am Bass. Klar in der Diktion klangen auch die Bläser. Gemeinsam schafften sie einen runden orchestralen Eindruck und gelangten am Schluss zu einer fulminanten Steigerung. Der Ehemaligenchor ist ein berührendes Zeichen der Verbundenheit ehemaliger Schüler mit ihrer Schule und deren intensiven musikalischen Leben. Aus dem Barock und der Spätromantik hatte die Initiatorin und Dirigentin Sarah Müller drei Stücke ausgesucht und einstudiert. Die Gesangskultur dieses ad hoc Ensembles und die Freude am Singen verweisen unmittelbar auf die musikalische Prägung der Schüler durch ihre Schule. Zum Schluss bot die Big Band unter Martin Pirner eine eindrucksvolle Klangfülle mit amerikanischen Arrangements von Weihnachtsliedern wieder mit Eva Schötz als einem selbstbewussten, gesanglichen i-Tüpfelchen.

Eine großartige Stimmung und begeisterter Applaus füllten den Kirchenraum.