Verbrechen Liebe - Filmvorführung am 22.2.2018

Verbrechen Liebe – von polnischen Zwangsarbeitern und deutschen Frauen

»Ich habe ihn geliebt«, sagt Helene Wimmer aus Niederbayern über Kazimierz Rafalski, einen polnischer Zwangsarbeiter. Nach der rassistischen Ideologie der Nationalsozialisten waren solche Liebesziehungen streng verboten und wurden hart bestraft. Beide wurden in Konzentrationslager verschleppt, sie nach Ravensbrück, er nach Flossenbürg und in das Außenlager Hersbruck.

Den polnischen Männern drohte wegen Beziehungen zu deutschen Frauen sogar die Todesstrafe. Am 21. Februar 2018 wurde in der Eingangshalle des Paul-Pfinzing-Gymnasiums der Film „Verbrechen Liebe“ gezeigt.

Der BR-Journalist Thomas Muggenthaler hat über viele Jahre zu diesem Thema recherchiert. Im Staatsarchiv Amberg entdeckte er einen Akt, der allein in Niederbayern und der Oberpfalz die Hinrichtung von 22 Polen belegt, die in der Nähe ihres Arbeitsplatzes erhängt wurden. Die Gestapo organisierte die Exekutionen. In Bayern führten Kommandos aus den Konzentrationslagern Dachau und Flossenbürg die Hinrichtungen durch. In der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg ist eine Fotoserie zu sehen, die eine dieser Exekutionen dokumentiert. Sie zeigt, wie Julian Majka in Michelsneukirchen im Landkreis Cham am 18. April 1941 hingerichtet wurde – wegen seiner Liebe zu einer Deutschen.

Die 2015 mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnete Dokumentation »Verbrechen Liebe« von Thomas Muggenthaler und Andrea Mocellin zeigt Schicksale von Menschen, die für ihre Liebesbeziehungen verfolgt und ermordet wurden und die Suche nach Spuren von Julian Majka.

Nach der Filmvorführung fand eine Gesprächsrunde mit Thomas Muggenthaler und Dr. Jörg Skriebeleit von der KZ-Gedenkstätte statt.
Julia Zimmermann

Fotos: Ute Scharrer, Hersbrucker Zeitung