Exkursion in das größte BMW-Werk Europas!

Am Vormittag des 07.11.2019 hieß es für 100 Schülerinnen und Schüler: Auf nach Niederbayern!

Die diesjährige Exkursion im Rahmen der Berufs- und Studienorientierung in der 11. Jahrgangsstufe am PPG führte in das größte europäische Werk der BMW Group nach Dingolfing.

Schon unmittelbar bei der Ankunft vor den Werkstoren – eher zufällig genau zum Schichtwechsel von Früh- auf Spätschicht - bekamen die Hersbrucker Schülerinnen und Schüler einen ersten Eindruck von den Dimensionen des Standorts: In kürzester Zeit verließen ca. 7.000 Beschäftigte durch das Tor 3 das Werksgelände um von weiteren 7.000 „Spätschichtlern“ abgelöst zu werden.

Seit 1973 betreibt der BMW Standort Dingolfing ein beeindruckendes und ausgeklügeltes Pendelbussystem für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Aus ganz Niederbayern und z.T. aus der Oberpfalz werden täglich ca. 13.000 Buspendler in über 270 Bussen an ihren Arbeitsplatz in Dingolfing und wieder zurück an ihren Wohnort gefahren. Die tägliche Fahrtstrecke beträgt dabei über 43.000 Kilometer. Insgesamt beschäftigt BMW in Dingolfing derzeit ca. 18.500 Mitarbeiter und über 800 Auszubildende.

Nach einer kurzen Einführungspräsentation ging es für die Q11 des PPG anschließend in Kleingruppen zu Fuß durch einzelne Werksbereiche. Ausgestattet mit Sicherheitswesten und Schutzbrillen begann der Rundgang in der Lackiererei. Durch große Schaufenster konnte beobachtet werden, wie die einzelnen Lackschichten bis hin zum abschließenden Klarlack auf die Karosserien gesprüht werden und die Lackierung ihr letztes Finish erhält – alles unter völlig staubfreien Bedingungen in ionisierter Raumluft. Der weitere Weg führte uns schließlich durch das Presswerk, in dem einzelne Bauteile der Karosserie durch tonnenschwere Pressen in Sekundenbruchteilen entstehen. Derzeit produziert BMW in Dingolfing 6 Baureihen in den verschiedensten Ausführungen, darunter auch die Baureihen des 5er, 7er und 8er BMW. Damit gehört es zu den modernsten und flexibelsten Automobilwerken weltweit.

Besonders sehenswert waren die Fertigungs- und Montagehallen, die auf dem Rundgang als nächste Station vorgesehen waren. Während in einem ersten Schritt die Karosseriebauteile quasi wie von Geisterhand per Roboter verschweißt, genietet oder mittlerweile sehr häufig geklebt werden, konnten die Schülerinnen und Schüler an den Montagebändern den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von BMW über die Schultern schauen, während diese Sitze, Armaturenbretter oder Soundsysteme in die vorüberziehenden Fahrzeuge montierten. Computergesteuert erreichen jede Montagestation genau die richtigen Bauteile, die in der jeweiligen Fahrzeugkonfiguration vorgesehen sind. Bei der sog. „Hochzeit“ werden schließlich Karosserie und Fahrgestell mit dem Motorblock vereinigt. Auffällig in den Fertigungshallen war, dass große Bereiche des Werkes derzeit umgebaut und umgerüstet werden – insbesondere für die verstärkte Produktion im Bereich E-Mobilität. Ab 2021 wird hier der erste vollelektrische und hochautomatisierte BMW VISION iNEXT produziert.

In der abschließenden Qualitätsprüfung konnten sich die Oberstufenschülerinnen und Schüler dann ein letztes Bild vom fertigen Fahrzeug machen und u.a. den BMW M850i einmal aus nächster Nähe, sozusagen im verkaufsfertigen „Endzustand“ betrachten. Insgesamt knapp 1.600 fertige Fahrzeuge verlassen jeden Tag das Werk Dingolfing!

Nach knapp 4 km Fußweg und voller Eindrücke passierten die Oberstufenschülerinnen und -schüler  wieder das Tor 3 und stiegen in die beiden Busse in Richtung Mittelfranken.

(StR F. Heinz)