Prag

Geschichte hautnah am Ort des Geschehens erleben! Unter diesem Motto ging es für die 29 Schülerinnen und Schüler der Klasse 9a des Paul-Pfinzing-Gymnasiums Hersbruck zusammen mit sieben Studierenden der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg nach Prag, in die goldene Stadt am Ufer der Moldau. Begleitet wurde die Gruppe von der Deutschlehrerin Barbara Raub, dem Schuldirektor Klaus Neunhoeffer und der Universitätsdozentin Nadja Bennewitz vom Lehrstuhl Didaktik der Geschichte, die die Kooperation zwischen Schule und Universität ins Leben gerufen hat.

Am Samstag, dem 30.06.2018 ging es zunächst in das von den Nationalsozialisten für jüdische Häftlinge eingerichtete Ghetto Theresienstadt bei Prag. Vor Ort erhielt die Gruppe durch eine interaktive Führung Einblicke in die bedrückenden Lebens- und Wohnumstände der Inhaftierten, von denen ein Großteil in die nationalsozialistischen Vernichtungslager verschleppt wurden. Im Anschluss besuchte die Gruppe die nahegelegene KZ-Gedenkstätte in Leitmeritz, das wie Hersbruck ein KZ-Außenlager von Flossenbürg war. Seite dem Jahr 2017 besteht ein Schüleraustausch zwischen dem örtlichen Gymnasium und dem Paul-Pfinzing-Gymnasium.

In Prag besuchten die Schüler nicht nur den jüdischen Friedhof, sondern erkundeten auch die prächtige Altstadt mithilfe der App Actionbound, einer Art digitaler Schnitzeljagd. Die Stationen der Tour wurden vorab im Seminar der Studierenden entworfen und zeichneten den Weg über den Altstädter Ring und die Karlsbrücke bis hin zur altehrwürdigen Burg auf dem Hradschin. Während einer abendlichen Fahrt über die Moldau konnte sich die Gruppe von der Burgbesteigung erholen.

Am nächsten Tag wurde den Schülerinnen und Schülern bei einer Zeitzeugenbegegnung die Schrecken der nationalsozialistischen Herrschaft noch einmal unmittelbar vor Augen geführt. Nachdrücklich erzählten die beiden über 90-jährigen Überlebenden aus Theresienstadt Hana Hnátová und Doris Grozdanovičová von ihren schicksalhaften Erlebnissen.

Der Besuch der Gedenkstätte im kleinen Ort Lidice, der 1942 von den Nationalsozialisten vollständig dem Erdboden gleichgemacht und dessen Bevölkerung ermordet oder deportiert wurde, bildete einen nachhallenden Abschluss der insgesamt viertägigen Reise.

Nach Aussagen der Schülerinnen und Schüler ermöglicht eine Exkursion an den Ort des Geschehens eine lebensnahe Beschäftigung mit Geschichte. Es ist zu hoffen, dass dies zu einem langfristigen Interesse an historischen Inhalten führt.