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Hör.Forscher! 2025

Ein besonderes Kapitel hat das Paul-Pfinzing-Gymnasium in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien aufgeschlagen. Seit zwei Jahren ist das Gymnasium mit Deutsch- und Geschichtslehrerin Barbara Raub schon Modellschule im Hör.Forscher!-Projekt der Stiftung Zuhören sowie der PwC-Stiftung – jetzt vergruben Schüler hier eine echte Zeitkapsel, gefüllt mit Erinnerungen und einem Hörspiel.
Das ganze letzte Schuljahr über waren 34 Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Klassenstufen als Hör.Forscher! in Hersbruck unterwegs, um ihre akustische Umwelt zu entdecken. Das Jahresthema „Erinnerung“ motivierte die jungen Leute, ihre nähere Umgebung genauer zu betrachten und sorgfältiger hinzuhören. Das ehemalige KZ-Außenlager Hersbruck bewegte sie dabei besonders. Doch wie lässt sich ein Ort hörbar machen, der nicht mehr existiert? Wie können diese Erinnerungen hörbar bewahrt werden?
Die Schüler entwickelten die Idee, in einem Hörspiel eine Zeitkapsel zu entdecken, in der sich Erinnerungen aus dieser grausamen Zeit der Geschichte finden. Gleichzeitig nutzten sie diese Idee als Chance, neue, eigene Erinnerungen in diese akustische Zeitkapsel zu packen, auch als Mahnung an ihre eigene Zukunft.
„Das Projekt ist einfach mal etwas anderes, was man normalerweise nicht so macht. Wir sind als Gruppe zusammengewachsen“, berichten Julia und Sophia aus der 8. Klasse, die auch bei den Studioaufnahmen im BR-Studio Franken dabei waren. Einen Tag lang wurden sie dort von professionellen Tontechnikerinnen des Bayerischen Rundfunks unterstützt, das zuvor entwickelte Hörspiel aufzunehmen und professionell zu gestalten.
 „Zuhören ist eine fundamentale Fähigkeit, die es Kindern ermöglicht, zu verstehen und zu lernen“, weiß Lehrerin Barbara Raub, „ich merke, dass sich die  Konzentration durch Zuhörübungen steigert. Das Klima hat sich auch verbessert, da die Jugendlichen ein gemeinsames Erfolgserlebnis hatten, auf das sie sehr stolz sein konnten“.
Zwei Tage vor Ferienbeginn vergruben die kreativen Hörforscher nur ihre eigene Zeitkapsel – mit eigenen Wünschen für ihre und die Zukunft der Schule, einer aktuellen Ausgabe der HZ, Kreide aus der Schule, einer Bäckertüte, kleinen Gegenstände, die sie mit ihrer Schule verbinden und natürlich mit ihrem Podcast.
Bevor es soweit war, befragten sie einige Gäste noch zu dem rund 17-minütigen Hörstück. Für Mediencoach Franziska Klemm sei die Arbeit mit einer so großen Schülergruppe aus der achten und elften Klasse eine „Experiment“ gewesen, sagte die Programmleiterin von der Stiftung Zuhören, eines, dass „dank eures guten Managements sehr gut geklappt“ habe. Wie auch Klaus Porta von der Stadtverwaltung lobte sie die professionelle Machart des Podcasts und die vielen darin enthaltenen gewitzten Ideen und Spins.
So nutzten die Hörforscher unter anderem die Besuche von Gastschülern aus Norwegen und Frankreich, um sie zum KZ-Außenlager zu interviewen. Und sie „erfanden“ die Zeitkapsel als perfektes Verbindungsstück zwischen der düsteren Vergangenheit und ihren Wünschen für die Zukunft. „Ich war begeistert von genau diesem Einfall“, sagte der stellvertretende Schulleiter Stefan Grabe. Er unterstrich, dass solche Projekte unter den Schlagworten Zuhören und Erinnern sehr wichtig sind, um „dem Vergessen entgegenzutreten“.
Der ganze Schultag stand im Zeichen von Gemeinschaft, Kreativität und der Zuhörbildung – ein echter Meilenstein für die Hör.Forscher!-Modellschule und alle, die an diesem Projekt mitgewirkt haben. Ein gemeinsames Picknick mit einer Hör.Forscher!-Torte rundete die Veranstaltung ab und bot Raum zum Zuhören und für einen inspirierenden Austausch.