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Junge Poesie für Zivilcourage

Im Herzen Münchens standen an diesem Nachmittag junge Stimmen im Mittelpunkt: Schülerinnen und Schüler vom Paul-Pfinzing-Gymnasium Hersbruck, vom Gymnasium Roth, Amberg und Augsburg, der Münchner Mittelschule an der Fromundstraße und Austauschschüler*innen  aus Finnland und Irland erinnerten im Bellevue di Monaco mit eigenen Gedichten und Texten an die Widerstandsgruppe Weiße Rose. Unterstützt wurde die Veranstaltung von der Weiße Rose Stiftung und Terry Swartzberg, der als engagierter Botschafter jüdischen Lebens in München die Bedeutung des Erinnerns hervorhob.
In bewegenden Texten verarbeiteten die Jugendlichen ihre Auseinandersetzung mit Mut, Gewissensfreiheit und Mitmenschlichkeit von Sophie und Hans Scholl, Martin Niemöller und jungen jüdischen Widerstandskämpferinnen. Die Bühne des Bellevue di Monaco wurde zu einem Ort stiller Intensität: Jede Stimme brachte eine eigene Perspektive ein, nachdenklich und eindringlich.
Erinnerung, die verbindet
Gerade die internationale Zusammensetzung der Schülerinnen und Schüler gab dem Nachmittag eine besondere Tiefe. Trotz sprachlicher Unterschiede verband die jungen Autorinnen und Autoren das gemeinsame Anliegen, die Botschaft des damaligen Widerstands weiterzutragen.
Die Veranstaltung war Ergebnis eines Begegnungsprojekts mehrerer Schulen. Die Weiße Rose Stiftung stellte dafür Materialien und historisches Hintergrundwissen bereit. Lange hatten sich die Jugendlichen mit Flugblättern, Briefen und Biografien beschäftigt, um daraus eigene poetische Aussagen zu entwickeln. Dabei entstand keine bloße Geschichtsstunde, sondern ein kreativer Dialog über Verantwortung und Mitgefühl.
„In ihren Texten formulierten Schülerinnen und Schüler große Empathie und Verständnis für die Situation der Widerständler gegen NS-Diktatur und Krieg. Sehr beeindruckend kam zum Ausdruck, wie sehr ihnen heute ein friedliches Miteinander wichtig ist“, so Hildegard Kronawitter, vorsitzende der Weiße Rose Stiftung.
Die Zuhörer waren tief bewegt. Was blieb, war das Gefühl, dass die historische Botschaft für Frieden und Freiheit nicht verhallt, sondern immer wieder neu auch in den Worten von jungen Menschen Gestalt annimmt: „Wir tragen ihre Stimme weiter – in unseren Sprachen, mit unseren Worten“, sagte eine Schülerin zum Abschied.