Die Klasse 6e des Paul-Pfinzing-Gymnasiums (PPG) erlebte kürzlich ein besonderes Projekt am „Grünen Band“, das ganz im Zeichen von Austausch, Verständigung und gemeinsamem Lernen stand. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Gymnáziums Františka Křižíka aus Pilsen kamen die Jugendlichen zu einem zweitägigen Workshop zusammen.
Organisiert und fachlich begleitet wurde das Treffen vom Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) in Kooperation mit der tschechischen Non-Profit-Organisation Post Bellum. Das CeBB engagiert sich seit vielen Jahren für die deutsch-tschechische Verständigung und schafft mit Bildungsprojekten, Workshops und Begegnungsformaten Räume für interkulturellen Austausch und historisch-politische Bildung. Ziel des Projekts war es, über Sprach- und Ländergrenzen hinweg miteinander ins Gespräch zu kommen, einander zuzuhören und neue Perspektiven kennenzulernen.
Geschichte greifbar machen am Grünen Band
Das gemeinsame Erleben spielte dabei eine zentrale Rolle. So besuchte die Gruppe die Burg Falkenberg, wo die Schülerinnen und Schüler nicht nur spannende Einblicke in die Geschichte der Region erhielten, sondern auch die besondere Atmosphäre des historischen Ortes erleben konnten.
Ein weiterer Höhepunkt war die Wanderung entlang des „Grünen Bandes“, jenes ehemaligen Grenzstreifens, der heute als einzigartiger Naturraum und zugleich als Symbol für die Überwindung der Teilung Europas gilt. Beim gemeinsamen Unterwegssein wurde Geschichte unmittelbar greifbar: Wo einst Grenzen trennten, entstehen heute Begegnung, Offenheit und Austausch.
Zukunftsvisionen im Fokus der „Hör.Forscher!“
In gemischten deutsch-tschechischen Teams arbeiteten die Jugendlichen an verschiedenen Aufgaben, tauschten Erfahrungen aus und entwickelten eigene kleine Projekte. Wichtige Impulse setzten dabei Veronika Hofinger sowie Jan Sicha vom CeBB. Hofinger begleitet seit Jahren internationale Jugendbegegnungen und Bildungsprojekte und brachte ihre Erfahrungen insbesondere im Bereich interkultureller Verständigung und Gruppenarbeit ein.
Besonders intensiv gestaltete sich die Zusammenarbeit mit Franziska Klemm von der Stiftung Zuhören im „Hör.Forscher!“-Programm. In diesem erweiterten Programmbereich ging es für die Jugendlichen vor allem darum, gemeinsame Visionen für die Zukunft zu entwickeln. Mit kreativen Übungen und praxisnahen Methoden sensibilisierte sie die Klasse für die Bedeutung des aktiven Zuhörens als Fundament für gesellschaftliche Gestaltung.
Die Schülerinnen und Schüler erforschten akustisch ihre Umwelt, fingen Töne ein, interviewten Beteiligte und nutzten das Format „Podcast“, um ihren Wünschen, Hoffnungen und grenzübergreifenden Visionen rund um das „Grüne Band“ Ausdruck zu verleihen. Das Programm wird von der PwC-Stiftung gefördert und im nächsten Schuljahr digital ausgebaut, damit mehr Schulen und junge Menschen teilnehmen können: https://hoer-forscher.de
Ein nachhaltiges Fundament
Die zwei Tage am Grünen Band zeigten eindrucksvoll, wie wertvoll solche Austauschformate sind: Sie stärken nicht nur sprachliche und soziale Kompetenzen, sondern fördern auch Offenheit, Empathie und interkulturelles Verständnis – Fähigkeiten, die weit über den schulischen Alltag hinaus von großer Bedeutung sind. Gefördert wird das Programm durch das EU-Interreg Projekt BYCZ08-260 Lernen im Grünen Band.
Photographin: Franziska Klemm